Die Landesregierung befördert den Ärztemangel in Nordrhein-Westfalen

Schwarz-Gelb plant in Bielefeld eine eigene Medizinfakultät mit zunächst 200-300 Studienplätzen und dafür sollen 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Die damalige rot-grüne Landesregierung hatte mit dem „Bochumer Modell“ eine Alternative auf den Weg gebracht, um so den Hausärztemangel im ländlichen Raum zu begegnen. Hierbei koopieren die Mühlenkreiskliniken Minden-Lübbecke und das Krankenhaus in Herford mit der Ruhr-Universität in Bochum und die Student*innen machen einen Teil ihrer ärztlichen Ausbildung in der Region OWL.

Nach der Regierungsübernahme durch Schwarz-Gelb haben wir OWL-Abgeordneten der SPD eine kleine Anfrage gestellt. Wir wollten zum einen erfahren, ob die Landesregierung das „Bochumer Modell“ weiter unterstützt und ob durch die neue Bielefelder Fakultät Studienplätze an anderen Orten wegfallen werden. Ein Wegfall von Studienplätzen wurde von Seiten der Landesregierung verneint.

Nun wurde auf Anfrage des Marburger Bundes NRW bekannt, dass die Landesregierung einen landesweiten Abbau von Medizinstudienplätzen plant.

Das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Da verkündet Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann, die Landesregierung gehe engagiert gegen den Ärztemangel im ländlichen Raum von NRW vor. Zeitgleich baut seine Kabinettskollegin Isabel Pfeiffer-Poensgen insgesamt bis zu 935 Medizinstudienplätze ab, indem sie die durch die SPD-geführte Vorgängerregierung initiierte Förderung dieser zusätzlichen Studienplätze auslaufen lässt. Der Marburger Bund spricht zu Recht von einer Groteske.

Ministerin Pfeiffer-Poensgen muss in der nächsten Woche öffentlich erklären, ob das Programm fortgesetzt wird oder nicht. Nur so kommt Planungssicherheit für die medizinischen Fakultäten und Unikliniken und die jungen Studierwilligen zustande. Die SPD behält sich die weiteren parlamentarischen Maßnahmen zur Klärung der Sachlage vor.